Vor vier Jahrzehnten gab der Club de Mar Mallorca die Stadt Palma zum Meer hin frei und sorgte für die Infrastruktur eines Hafens, der es mit Reisezielen an der Riviera aufnehmen konnte und seitdem Reisende aus aller Welt auf die Insel lockt. Heute zeigt diese mallorquinische Einrichtung durch den Vorschlag einer Erweiterung und umfassender Reformen seiner Installationen einen ähnlich offenen Geist, durch den der Club de Mar seine Konzession für den Hafen um weitere 25 Jahre verlängern möchte, die am 19. Oktober 2019 abläuft. Dieses Mal ist die Perspektive jedoch etwas anders, sie schaut auf und integriert die Stadt Palma.
Das von den Architekten César Jiménez de Tejada und Maria Hurtado de Mendoza entworfene Projekt unterliegt einem doppelten Zweck: einmal sämtliche Einrichtungen und Dienstleistungen, die der Club de Mar seit Beginn seiner Konzession vor vier Jahrzehnten den Superyachten bietet, zu modernisieren und gleichzeitig Palma als neuralgisches Zentrum des nautischen Freizeit- und Luxustourismus im Mittelmeer zu konsolidieren.
Die Balearische Hafenbehörde ist bereits dabei, den ehrgeizigen Vorschlag des Club de Mar zu untersuchen, der eine Investition in Höhe von 60 Millionen Euro innerhalb von drei Jahren veranschlagt und Bauarbeiten an drei Punkten vorsieht:
Im Hafenbereich schlägt der Plan eine Erweiterung der Fläche des Wasserspiegels vor, indem er die bestehende Mole in Breite und Länge vergrößern möchte und den Bau eines neuen geraden Stegs von 12 x 110 Metern vorsieht. Die Erweiterung bedeutet allerdings keine Erhöhung der Liegeplatzanzahl, sondern reduziert die vorhandenen 572 auf 539 Plätze, um auch Schiffe von über 50 Meter Länge aufnehmen zu können und in der Anzahl der Liegeplätze für Boote über 18 Meter von 45 auf 62 Prozent zu wachsen.
Der zweite Handlungsstrang – und einer der wichtigsten Punkte des Projektes – liegt in einem neuen Profilvorschlag der maritimen Kulisse von Palma. Durch diesen beabsichtigt der Club, sich definitiv zur Stadt hin zu öffnen, indem er seine Installationen in das öffentliche Leben integriert. Der Club gibt hierfür einen Teil am Rande seines Grundstücks auf, so dass die derzeitige Achse des Paseo Marítimos bis zur Anlegestelle der Kreuzfahrtschiffe verlängert werden kann, einschließlich eines Grünstreifens und Radweges, da sich die zur Verfügung stehende Breite von 4 auf 8 Meter erweitern würde. Der Anschluss der Clubeinrichtungen an die Stadt soll durch ein Rampensystem erfolgen, sowie durch die Einrichtung einer Freizeitzone und einer Einkaufsmeile. Weiterhin sollen Kommunikation und Anbindung zwischen dem Kreuzfahrtterminal im Hafen und der Stadt verbessert werden.
Schließlich sieht der dritte Aktionsbereich eine umfassende Reform der Hauptgebäude des Segelclubs vor, um den gesamten Komplex neu zu gestalten und zu modernisieren.
Die Hafenbehörde der Balearen muss nun über die Machbarkeit des Plans entscheiden, obwohl bereits angedeutet wurde, dass der Plan begrüßt wird. Anschließend wird der Vorschlag zur endgültigen Genehmigung nach Madrid weitergeleitet. Ist dieser Prozess abgeschlossen, würden die Bauarbeiten im Jahr 2018 beginnen und über drei Jahre andauern.


